Zeitreise 🇩🇰 / 🇸🇪

Wie im letzten Blog angekündigt, haben wir uns für zwei Wochen nach Dänemark und Schweden aufgemacht, um unsere Freunde, damaligen Nachbarn und frühere Arbeitskolleg:innen zu besuchen. Die Ankunft musste umgehend mit einem typischen dänischen Hotdog (die in der horizontalen) gefeiert werden 😄



Judofreunde

Beim Organisieren haben wir uns überlegt, dass wir dieses Mal die Freunde vom Judo einzeln treffen könnten, weil sich so eine andere Dynamik ergibt und wir mehr auf die Freunde eingehen können. Jedes Treffen war für sich speziell und auf eine andere Art schön. Mal spielten wir Jenga, mal sprachen wir über die Möglichkeiten, welche sich einem Ehepaar nun geben, da das letzte Kind bald ausziehen wird und sie aktiv bereit sind, wieder Zeit miteinander zu verbringen und was zu unternehmen. Ein anderes Mal feierten wir mit voller Lautstärke, um beim nächsten Mal zu erfahren, wie jemand gerade in sein Berufsleben eintritt und was er nun für Pläne und Ideen hat (nicht wenige 😲). 

Valérie hochkonzentriert und daneben Svend mit leichter Vorfreude auf einen baldigen Einsturz 

Svend und Hugo

Jan und Joan

Palle und Trung

"Hvem kan, Nikan" 😄😉

Ziya, Emil und Yeliz


Essen

Neben den Besuchen haben wir die Zeit genossen und uns bekannte oder neue Orte besucht, aber alles in einem kleinen Radius. In Marokko habe ich mich doch kurz darüber beschwert, dass mir leckere Backwaren fehlen? Nun, ich bezog mich auf so eine Auswahl wie hier ersichtlich (bei den Backsachen hätte es noch einen dritten Bereich gehabt!) 😇

Rumkugeln, diverse Torten, Marzipanrolle mit Rumgeschmack - what's not to like?!


Weiter geht's mit Zimtschnecke, Zuckerschnecke, Fasnachtsgebäck, you name it... 

Wer lieber was "mit Gummi" hat: auch hier ist die Auswahl überwältigend. Dieser Zusammenschnitt tut der richtigen Grösse eigentlich noch gar nicht Gerechtigkeit.

Typisch dänisches Essen: Schweinebraten mit Rotkohl, Frikadellen mit Randen (mit Weihnachtsgeschmack, aka Zimt) und eingelegten Gurken, Pouletsalat (fasrig und crèmig) mit Speck. Auf der anderen Platte hatte es noch fritierten Fisch, Crevettencocktail mit Ei

Ein typisches schwedisches Essen - sehr ähnlich zu Dänemark (statt "lune Frikadeller" sind es hier "Köttbullar" etc.) und auch unglaublich lecker. Randnotiz: die Biere in Skandinavien sind etwas intensiver und stärker im Geschmack, als wir sie hierzulande kennen. Wer mich kennt, weiss dass ich ein grosser Fan davon bin 😊 

À propos: durstig mussten wir nie nach Hause 😇👀 


Disgusting Food Museum

In Schweden haben wir uns dieses doch sehr spannende Konzept zu Gemüte geführt. Ein Museum über abscheuliches Essen 😉

Am Eingang erhält man als Ticket eine Kotztüte und gemäss der Tafel war so ein "Ticket" zuletzt drei Tage vor unserem Besuch benutzt worden, bzw. 647 mal insgesamt:


Zum Glück haben wir sie nicht benutzen müssen, so konnten wir unser kleines Präsent (Schweizer Schokolade) an Valérie's frühere Arbeitskollegin darin überreichen und sagen wir hätten ihr die Portion für "Erwachsene" besorgt (anstelle von Rentnern oder Kindern). Ihr Gesichtsausdruck schwang von irritiert zu besorgt zu ablehnend und zu erleichternd lachend 😂😂

Es gab dort Delikatessen wie z.B. den Sürströmming aus Schweden oder den getrockneten Haifisch Hákarl aus Island (sucht mal auf Youtube nach diesen - besser mit leerem Magen).

Fairerweise muss man sagen, dass der Sürströmming eigentlich weit vom Essenstisch unter Wasser (in einem Kübel) geöffnet wird und der Fisch dann zusammen mit Kartoffeln, Zwiebeln und Quark in einem Wrap verspiesen wird. Auf Youtube wird das so selten gezeigt, aber die Videos sprechen eine klare Sprache über den Geruch und Geschmack. Ammoniakgase muss man aushalten können, auch nachdem die Mahlzeit eingenommen wurde, denn sie beginnt erfahrungsgemäss aufzustossen...

Ich würde Sürströmming wie einen salzigen Autopneu mit Verwesungsgeschmack umschreiben und Hákarl wie einen intensiven Fisch, wo man aber danach nicht mehr atmen sollte, weil sonst die Ammoniakgase den Mundraum füllen und alle Geschmackssensoren betäuben (irgendwie auch gut).


Ein kompletter Penis - vor Corona haben sie die Besucher noch zum Abtasten animiert, nun ist er einfach ausgestellt. Da das Objekt relativ frisch aussah, fragt man(n) sich unweigerlich, wie oft die ausgetauscht werden bzw. wer da herhalten musste... 😅

Zuversichtlicher Blick vor der Degustation!

"Toxic Waste" mit 6.4 Mio Scoville - später kam noch der Genuss von 9 Mio Scoville. Fairerweise muss erwähnt werden, dass die versuchte Menge sehr gering war, sonst hätte ich das wohl wirklich nicht problemlos überstanden, liegt meine Genuss-/Leidensgrenze doch bei ca. 1 Mio Scoville (ungefähr 170x schärfer als Tabasco).


Zum Degustieren gibt es im Muesum auch noch verschiedene Käfer, Käse, Milchprodukte und geröstete Ameisen. Alles irgendwie OK aber irgendwie auch nicht unbedingt 😁 Wem wir das Konzept nun aber verkaufen konnten: man kann das Museum auch für Polterabende mieten! Sie haben noch spezielle Schnäpse welche man dazu dann probieren kann und es würde auch Spiele geben. Einen Reiz hat der Gedanke zugegebenermassen 😛



Das obige Bild kann man so nicht im Museum schiessen. Das stammt aus einem Laden für Lakritzprodukte. Ammoniumchlorid aka Salmiaksalz) sind in der Schweiz verboten, weil gesundheitsgefährdend... Ist aber wohl wie das Strassenrennen auf der Isle of Man - weil das schon so lange existiert, wird es immer noch durchgeführt. Die Verkäuferin meinte, der Fantasie seien beim Kochen keine Grenzen gesetzt - alles werde irgendwie lecker damit. Wir wissen, dass die Skandinavier:innen wild auf starke Lakritz sind, aber dies haut sprichwörtlich dem Fass den Boden raus 😳😱


Architektur

In Skandinavien ist man viel offener was Architektur angeht, besonders in Dänemark. Es ist eine wahre Freude, die sich stetig ändernden Strukturen, Farben, Materialien bei den Gebäuden zu bewundern! Ebenso wirkt alles skandinavisch ausgestattet - was schwer zu umschreiben ist. Ein Chaos welches als solches nicht wahrgenommen wird mit simplen Möbeln, irgendwie aber funktionell und perfekt passend?




Die goldene Frau (gyldne dame) steht für das qualitativere Bier von Tuborg, passt hier aber auch schön als Wandmalerei, nicht?

Ein Teil der Innenausrichtung im Espresso House, daneben gibt es Sofa-/Tisch/Hochstuhlplätze






Sowas ist ein richtiger Veloweg - hier oben gang und gäbe


Stahlträger der Industriegebäude welche abgerissen worden waren, wurden umfunktioniert zu Sitzgelegenheiten und verdeutlichen, dass hier vorher Industriegebäude waren


Die Innenansicht von einem neuen Gebäude der Roskilde Universtität - alles aus Holz und Beton, schlicht gehalten und stimmig



Treffen mit Freunden - Teil 2

Beim Schreiben des Posts merke ich gerade, dass ich wohl bald mal die Telefonnummern aller erfragen muss. Oft kommuniziere ich mit den Leuten hier über Instagram und Facebook. Aber ich bin der Plattformen immer mehr überdrüssig, weil nur noch wenige von sich selbst was posten und meist nur noch Beiträge anderer lesen, was dem Gedanken von einem sozialen Netzwerk grundsätzlich zuwider läuft. Ich verstehe jedoch die Zeitentwicklung und weil die Newsfeeds nur noch von KI-generierten Inhalten oder Bots gefüttert werden um Stimmung zu machen und die Meinungsbildung zu erschweren kann es sein, dass ich mich in naher Zukunft schweren Herzens dort lösen werde. Mit dem Bewusstsein, dass gewisse spontane Kontakte verloren gehen werden, was ich sehr bedauere.

Wieso erwähne ich das? Nun, ich musste ungewöhnlich lange warten (2h ist bei meinen früheren Arbeitskolleg:innen zu lange für eine Anfrage zum was Trinken gehen 😝😄), um dann festzustellen, dass mehrere bereits nicht mehr bei Facebook aktiv sind. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, alle zusammenzubringen und einen lustigen Abend zu verbringen! 😍

Jesper, Pernille und Mike - das "Kernteam", welches wir auch sonst mal treffen (sei es in Belgien, Italien oder der Schweiz)


Anders am herumalbern - das machte er auch gerne im Büro 😄

Nathan - der Neuseeländer welcher in Schweden arbeitet und in Dänemark wohnt - immer voller Energie und Ideen

Dubravka und Ewa - bei unterschiedlichen Festivals kennengelernt und immer toll zu treffen! Haben uns das SKAAL gezeigt (die Bar im Hintergrund) 😻


Mit Tibor...


.. und mit Crystal - Valérie's engen Arbeitskollegen bei EPN 

Thorbjørn - gleichzeitig mit ihm zusammen hat Valérie die Ausbildung zur Helikopter-Fluglehrerin absolviert (und der Küchenchef wollte auch irgendwie noch auf die Foto haben wir bemerkt ;) ). Das Restaurant Frk. Barnes Kælder in Kopenhagen ist übrigens zu empfehlen, wenn man ein traditionelles Menü möchte.



Wir hoffen, ihr konntet mit diesen Bildern einen guten Eindruck in unsere Treffen gewinnen, auch wenn wir nicht ganz alle persönlich erwähnt oder hochgeladen haben.

Eine lustige Anekdote gibt es aber noch: weil wir auch gerne unsere früheren Nachbarn treffen wollten (und umgekehrt), durften wir im Namen von Skyttes die anderen zu ihnen zum Brunch nach Hause einladen. Speziell, wenn man nicht mehr in Dänemark wohnt aber zum Essen "zuhause" einlädt! 😂

Wir sind fest dankbar dafür, dass sich soviele Bekannte und Freunde von damals einfach spontan Zeit für uns genommen haben. Wir nehmen das nicht als selbstverständlich wahr, insbesondere weil auch Teenager oder junge Erwachsene dabei waren! Es ist schwer, die Momente und Gefühle in Worte zu fassen, men til jer dejlige mennesker derude: ❤️ Tak for denne gang! ❤️


Ungeordnete Impressionen