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Auf Wiedersehen Marokko
Nachdem wir Chefchaouen im Dunklen verlassen haben und ein letztes Mal durch den Atlas fuhren (und für einmal bei Morgendämmerung genossen), fanden wir ein schönes Strandcafé "in der oberen rechten Ecke von Marokko". Nochmals ein leckeres Msemen Brot mit Aufstrichen und einen letzten Bananen-Shake verdrückt und dann ging es mit dem Motorrad weiter nach Tanger Med.



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Das obere Brot auf dem Bild ist Khobz. Das gibt es immer und überall, insebsondere zu Tajines. Ich weiss nicht, was der Autor auf einer Webseite meinte, als er dieses Brot als "dessen dichte, aber zähe Textur sich perfekt zum Teilen und Eintauchen in Frühstücksaufstriche eignet" beschrieben hat? Ich würde es eher als luftiges Weissbrot bezeichnen, welches man nutzen kann um das Essen wie eine Zange zu greifen (Marokkaner:innen essen gerne mit den Händen). Das untere Brot ist das Msemen. Gleicht in etwa einem dicken und buttrigen Pfannkuchen, ist aber zäher in der Textur und sehr lecker (wird bestrichen mit Butter, Honig, Konfitüre, Amlou...)!
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Am Fährhafen wurde das Gepäck geröntgt, danach öffneten die Autofahrer den Kofferraum und alle Türen für den Drogenspürhund, während wir auf den Motorrädern sitzen geblieben sind und unsere Koffern auch zu gelassen haben. Motorradfahrer sind einfach vertrauenswürdig 😛 Der Hund ist zum Glück weder bei uns sitzen geblieben noch hat er gebellt...
Valérie hat von Steffen erzählt, welcher mehrere Male auf seiner Marokkoreise mit dem Auto durch die Polizei angehalten worden war. Lieber Steffen, du musst dir unbedingt den Bart rasieren oder sonst was ändern, wir wurden während unserem gesamten Aufenthalt in Marokko nie angehalten 😉
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| Hier fährt der LKW mit dem Röntgengerät dann durch |
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| Auf Wiedersehen Marokko |
Zurück in Spanien
Das Wetter war besser als erwartet und meine Bremsbeläge warteten noch auf einen Tausch (schliesslich läuft der Verkehr zurück in Europa etwas ruppiger und ja, ich bremse gerne 🙆). Daher entschlossen wir uns, nochmals über Spanien zurückzukehren.
Für den Wechsel der Bremsbeläge haben wir die Triumph Garage in Granada kontaktiert wo wir bereits gute Erfahrungen gemacht haben. Den Tag verbrachten wir gemütlich. Die Alhambra war immer noch 3 Wochen im Voraus ausgebucht und ich mag nicht 170 EUR anstelle von 20 oder 50 pro Person bezahlen, nur weil wir nicht soweit vorausplanen. Spontane Tickets (regelmässiger Check der Webseite) hätten wir für 3 Tage im Voraus noch ergattern können, so lange wollten wir aber nicht bleiben. Somit bleibt die Alhambra auf der Bucket List.
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| Da war jemand äusserst zufrieden mit der Auswahl vom Essen 😌 |
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| Ein Strassenkünstler verkleidet als Pflanze und mit ebenso versteckten Kameras |
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| 3x gut, 1x fast auf Eisen... 😡 |
Herbst und traumhafter Nationalpark
Wir verliessen Granada Richtung Nordosten, um noch andere Nationalpärke zu durchfahren und wurden reichlich belohnt. Bereits kurz nach der Stadt fanden wir fantastische Felsformationen und Pappeln in allen Farben (also orange und grün). Als wir auf unserem Weg einen Znüni-Halt in einem lokalen Restaurant einlegten, interessierte sich unser Nachbar sehr für uns. Er erzählte uns alles aus der Gegend und was alles empfehlenswert zu besichtigen war. Einen Weg sollten wir unbedingt nehmen - und so drehten wir um und fuhren einen kleinen Umweg, um dann direkt über Cazorla in den nie enden wollenden Nationalpark Parque Natural de la Sierra de Cazorla, Segura y las Villas einzufahren (eingängig ist der Name also nicht...).
Ging es zuerst kurvig auf den Berg, wurden wir dann mit engen und nicht minder kurvigen Strassen entlang von Wäldern begrüsst. Und plötzlich beschlich mich der Wunsch, an einer Tankstelle gleich zu tanken, obwohl ich noch nicht mal auf Reserve fuhr und noch ca. 80km hätte fahren können. Untypisch für mich, aber das war wohl ein sechster Sinn, denn wir sollten für über 100km keine Tankstelle und grosse Dörfer mehr sehen... 👌
Diese Fahrt war eine der schönsten Abschnitte auf unserer gesamten Tour. So friedlich, abwechslungsreich und fast ein bisschen mystisch. Der Herbst ist nun definitiv angekommen, schaut euch die Bilder an.

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In der aufgehenden Sonne. Ein Ort zum Staunen und Innehalten!
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| 😍😍😍😍 |
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| Blick auf Burunchel - wer kennt's nicht? Aber vielmehr für die aufmerksamen Leser:innen: die Olivenbäume sind zurück 😄 |
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| In diesem Wald hörte man jedes runterfallende Blatt - sehr schön und speziell. |
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| Mein Liebling am geniessen der Geräusche im Wald 💖 |
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| Rio Segura |
Fehlgeschlagenes Projekt der Erschliessung "Las Higuericas"
Während wir fuhren, fiel uns plötzlich eine Ortschaft auf, welche eigentlich gar keine war. Erschlossene Fläche wurde zu Gebäudestrukturen, wurde zu fertigen aber unbemalenen Gebäuden und wurde schlussendlich zu fast fertigen, bemalenen Gebäuden.
Also zack umgedreht und reingefahren (ja, das Tor war bereits offen). Es machte sich unmittelbar ein ganz komisches Gefühl bereit. Man merkte, wie hier an etwas geglaubt und investiert worden war. Und es fehlgeschlagen ist.
Hier nachzulesen erfuhr ich, dass es wohl wegen Klagen gegen fehlende Umweltabklärungen, langen Wartezeiten mit den Gerichten und schlussendlich ausgehendem Geld war. Wir fuhren über eine perfekt geteerte Strasse, wo die Kanalisation aber offenlag oder teils Gras aus den Rändern wuchs. Die Elektroverteiler waren vorbereitet, Kabel eingezogen aber nicht angeschlossen. Lichtmaste standen oder waren schon umgestürzt. In den Häusern waren die Räume teils gefliest und wohl bereits mit Ausstattung versehen worden (wir schlussfolgern dies, weil in Küchen Löcher in der Wand klafften, wie wenn man die Küche rausgerissen hat).
So eine Gegend regt zu vielen Gedanken an - unter anderem hätte ich schon fast ein Haus gesucht, aber es dann doch bleiben lassen 😉 Wir verliessen dieses misslungene Projekt einer Urbanisierung und genossen im nächsten Dorf dann ein Café Bombón (Kondensmilch wird 1:1 mit Espresso übergossen - superlecker und spendet Energie für Bären und solche, welche es werden wollen!).
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| Aussicht von den Dächern auf die unwirklich erscheinende Szenerie |
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| Bombón: eigentlich würde eines ja reichen, aber um sicherzugehen, dass es wirklich gut ist, wurde noch ein zweites und dann ein drittes bestellt. Fazit: es ist saugut aber drei aufs Mal sind zuviel, das ist anders als in Italien mit dem Caffè... |
Pyrenäen
Auf dem Heimweg wollten wir unbedingt noch kurz die Pyrenäen streifen, ist das doch eine unglaublich schöne Gegend!
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| Unterwegs nach Girona |
Dazu haben wir in Girona einen Pausetag eingelegt (es gab Regen bzw. Schnee in den Bergen am nächsten Tag) und die darauffolgenden zwei Reisetage geplant. Als kleine Anmerkung - wir hatten das Gefühl, dass wir bald in Girona ankommen und bemerkten dann, dass der letzte Punkt in der Navigation schlicht fehlte und somit noch 45min zurückzulegen sind. Es war zu diesem Zeitpunkt bereits frisch und da waren wir ganz kurz nicht so guter Dinge 😱 Eine Foto habe ich dann doch noch gemacht - die Kälte dringt zum Glück nicht durch den Bildschirm hindurch...
Die in Girona geplante Strecke sollte uns am ersten Tag durch diverse Pässe nach Appy führen (in der Nähe von Ax-les-Thermes) und am Folgetag dann noch durch wenige Pässe hinaus in die Ebene Richtung der Auvergne. Dazu fand ich ein schnuckeliges Zimmer in einer Wohnung und buchte dies. Weil die Wohnung ca. 15 Autominuten vom nächsten Restaurant entfernt lag, kontaktierten uns die Betreiber per SMS und die darauffolgende Konversation liess mir kurz das Blut in den Adern gefrieren - hatte ich nun etwa falsch gebucht?
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Auf gut Deutsch schrieb mir der Gastgeber (Patrick), dass es keine gute Idee sei, mit dem Motorrad zu ihnen zu fahren, da sie in den Bergen wohnen und ein Schneekettenobligatorium herrsche oder ob wir mit Winterpneus fuhren? Ich bin zuerst erschrocken und habe die Route nochmals geprüft - okay, ein Pass war bereits wegen Schneefall gesperrt, aber alles andere sah gut aus und er schloss mit Yolo (you only live once - du lebst nur einmal) ab, was mich lachen liess.
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Am nächsten Morgen ging es los.
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| Herrlicher Pauseort mit dem gezuckerten Berg im Hintergrund und Sonne zum Wärme tanken |
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| Auf der Mairie (Gemeindehaus) gab es Mitte Nachmittag spontan noch ein Fleisch-/Käseplättchen für uns. Das war Gold wert um uns zu stärken (und aufzuwärmen). |
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| Frisch gestärkt geht alles viel besser |
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| Okay, der Pass ist wirklich zu - sonst hätten wir ihn in unserem fast grenzenlosen Optimismus noch angegast 😋 |
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| Der Schnee hat uns dann doch noch heimgesucht - wären hier nicht bereits wenige Autos durchgefahren, wir hätten's wahrscheinlich nicht hoch geschafft und einen Umweg fahren müssen. Ein bisschen erleichtert sehen wir schon aus, nicht? 😉 |
Unsere Gastgeber waren super herzlich und mit den anderen Gästen haben wir viel gelacht, bis sie essen gingen und wir es uns im Zimmer gemütlich machten. Am nächsten Morgen gab es u.a. hausgemachte Buttergipfeli (1:1 Butter und Mehl) zum Frühstück - meeega lecker!
Die Pointe an unserem Gastgeber? Er hat in seinem Leben bereits 40 Motorräder gefahren, hat mehrere Motorradzeitschriften abonniert und schaut täglich Youtube Reviews (bis seine Frau fast durchdreht). Als ich Patrick auf die Divergenz zwischen seiner Textnachricht und seinem Verhalten bzw. Affinität zu Motorrädern ansprach, wich er ein bisschen geniert aus. Das Wetter könne schnell umschlagen in den Bergen und sie hätten eben schon manches an Touristen erlebt. Okay, ich gebe ihm die Punkte, aber ein klein wenig musste ich schon über die Situation lachen (also eigentlich viel).
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| Die Motorräder welche Patrick bereits gefahren hat |
Heimkehr in die Schweiz
Nun war die Heimkehr in unsere schöne Schweiz spürbar. Wir hatten das Gefühl, noch sehr viele schöne, sonnige Tage genossen zu haben (Danke Petrus!), aber die Temperaturen nahmen schnell ab und häufig um die 5°C herzum zu fahren macht weniger Spass. Ebenso näherte sich der Jahresabschlussabend der Milizfeuerwehr Bern und nach einer kurzen Diskussion einigten wir uns darauf, auf diesen Termin zurück sein zu wollen.
Die Route führte uns noch durch die Vulkanregion (Auvergne) und dann über den Nationalpark von Morvan zurück in die Schweiz. Der Nationalpark wies viele kleine Teiche (Moorlandschaft) auf und die Weiden der Kühe waren wie in Irland und Schottland durch Hecken schön abgetrennt. A propos Kühe - entweder haben die Kraftgras oder eine andere Rasse dort, aber so einer Mutterkuh möchtest du nicht auf der gleichen Wiese begegnen, wenn sie nicht glücklich ist...
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| Cahors - Département Lot |
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| Obwohl ich den Jungen mehrmals gebeten habe, uns und den Turm komplett aufs Bild zu nehmen, klappte das nicht ganz 🙈 Er war auch sichtlich verwirrt, dass wir noch eine Kamera hatten und nicht einfach nur ein Mobiltelefon. Lol... |
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So hätte ich mir das vorgestellt gehabt auf der vorherigen Foto - einfach mit uns 😀
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| 😍 |
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| Ein herzlich eingerichtetes Airbnb in Gouloux rundete unseren Aufenthalt in Frankreich ab |
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| Mmmhhh - das macht Freude |
Dies und Das
Parken in Frankreich
Als ich die beiden Autos geparkt sah, habe ich mich spontan daran erinnert, wie man in Paris jeweils mit dem Auto einparkt: langsam an die Stossstange des anderen Autos fahren und es dann ein bisschen nach hinten (oder vorne) stossen, um dann besser in die viel zu enge Parklücke zu kommen. Andere Länder andere Sitten 😅
Schlechte Erfahrung bei Triumph und BMW Garage
Ich mag eigentlich nicht mehr zuviel Energie darüber verlieren. Aber die Triumph Garage in Clermont-Ferrand hat mir mal wieder gezeigt, wie Franzosen auch sein können. In Cahors erlitt ich einen Platten. Mit einem Verlust von ca. 1 bar / 45min konnte man aber noch etwas fahren. Da in Frankreich just an dem Tag (11. November) dem Waffenstillstand vom 1. Weltkrieg gedenkt wurde, waren die Läden geschlossen. Der Überlegung folgend, dass in einer Stadt wohl eher was offen hat, habe ich mich bei Triumph in Clermont-Ferrand gemeldet, wo jemand aus der Garage das Telefon entgegennahm und mit mir das Treffen für den Folgetag um 0900 Uhr vereinbarte.
Ich bin dann dort mit dem platten Reifen aufgetaucht und weil wir falsch hereingefahren sind, waren sie so vor den Kopf gestossen, dass sie darauf ein arrogantes Verhalten an den Tag legten. Während ich mich zuerst zweimal entschuldigte, so war ich beim dritten Mal bereits still und mich beherrschend. Als mir danach aber bescheinigt wurde, dass sie mein Motorrad erst am Nachmittag anschauen werden, da wurde ich doch kurz deutlich und ja - wir haben uns nicht gefunden...
Habe dann in der naheliegenden BMW Garage angerufen. Dort wurde mir gesagt, dass sie nur BMW reparieren und ich als Triumph Fahrer mich an einen Triumph-Händler zu richten hätte (und der mir dann sagen würde, wo ich den Pneu austauschen lassen konnte). Und auch wenn ich schnell realisierte, dass die Dame am Telefon sich wohl einfach nicht auskannte - ich konnte mich dort an niemanden anderes wenden und da half es auch nicht, dass die Garage danach im Review mit Erklärungen ankam.
Wir wurden schlussendlich bei Dafy (sowas wie Louis oder Polo) fündig, konnten den Pneu billiger und schneller als bei Triumph ersetzen lassen und sind definitiv nicht angetan von diesen beiden Erfahrungen mit offiziellen Triumph und BMW-Vertretungen!
Unsere Route
Hier noch den Blick auf die 11'000 km, welche wir mit ca. 280 Fahrstunden zurückgelegt haben.
Ausblick
Nun sind wir seit zwei Wochen zurück - gerade vor der grossen Kälte angekommen, erholen uns etwas vom täglichen Planen, besuchen hier und da Freunde und Familie und werden am 1. Dezember an eine andere Destination verschwinden. Stay tuned! 😊
2 Kommentare:
Der Bart bleibt dran ;)
Vielleicht war's auch ein anderes Erkennungsmerkmal? Unbedingt nochmals hingehen und Feldversuch starten :)
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